Weiß-Raum
Mitgliederausstellung des Kunstvereins zu Frechen 2026
 

41 Künstlerinnen und Künstler im Kunstverein zu Frechen interpretieren das Thema „Weiß-Raum“. Weiß-Raum in der Kunst ist mehr als bloße Leere – er ist ein bewusstes Schweigen im Bild. Der Weißraum eröffnet einen Raum des Möglichen, des Unbestimmten. Er schafft eine Balance zwischen Form und Leere, Sein und Nichtsein.

 

Hanna Styrie kommentiert die Ausstellung wie folgt (Auszug):

Weißraum“ ist ein Begriff aus der Mediengestaltung. Man versteht darunter den Freiraum zwischen Bildern, Grafiken und Text, der dazu dient, Lesbarkeit und Übersichtlichkeit zu verbessern und Akzente zu setzen.

Der Weißraum, auch Negativraum oder Leerraum genannt, hat in der Kunstgeschichte und im Design eine lange Tradition.

In der frühen chinesischen Tuschemalerei wurde er zum aktiven Element, das für Balance in der Gesamtkomposition sorgt. Eine nicht weniger bedeutende Rolle spielte der „ungenutzte Raum“ in der Malerei der Renaissance, als die Künstler Tiefe und Dreidimensionalität in die Malerei einbrachten. Hier diente er dazu, den Fokus auf bestimmte Bereiche eines Gemäldes zu lenken.

Die künstlerisch tätigen Mitglieder des Frechener Kunstvereins haben „Weiß-Raum“ als Thema der diesjährigen Mitgliederausstellung gewählt. Der Trennstrich zwischen „Weiß“ und „Raum“ deutet dabei bereits die zahlreichen Möglichkeiten, die unterschiedlichen Gewichtungen und die enorme Vielfalt der Sichtweisen an, die die 41 beteiligten Künstlerinnen und Künstler in der Schau vorführen. Sie alle zeigen, welch wirkungsvolles kompositorisches Gestaltungselement der Weiß-Raum sein kann.

Unterschiedlichste Mittel kommen dabei zum Einsatz: Fotografie, Collage, digitale Collage, Installation, Skulptur, Objektkunst, figurative und abstrakte Malerei auf Holz und auf Leinwand, mit Acrylfarbe, mit einer Mischung aus Marmormehl, Pigment und Tempera oder Aquarellfarbe, außerdem Zeichnung mit Kohle und Tusche. Der Vielfalt an Techniken entspricht die Fülle an Interpretationen und persönlicher Ausdeutung des Themas, die der Ausstellung ihre besondere Spannung verleiht.

 
 

Beispiel S. 50

Sabine Puschmann-Diegel beschreibt die Entstehung ihrer Arbeit zu Weiß-Raum im Zusammenhang mit der Demenzerkrankung ihrer Mutter.

 

 
 

Beispiel S. 82

Lissy Winterhoff stellt zum Thema "Weiß-Raum" eine fotografische Arbeit zu dem Keramikmuseum "Keramion" in Frechen vor.

Ferner findet sich eine fotoplastische Arbeit zu den sowjetischen Kriefgsgräbern in Frechen-Königsdorf.